Eroberung Karthago (698 n.Chr.)

Im Jahr 698 n.Chr. wird Karthago vom arabischen Feldherrn Hassan ibn an-Numan mit 40.000 Mann belagert. Die byzantinische Flotte wird Karthago zu Hilfe gesandt und kann zunächst auch gute Erfolge erzielen. Später musste sich die Flotte aber in Richtung Kreta zurückziehen und der Weg für die Eroberung und Zerstörung Kartagos ist frei. Das prächtige Karthago, früherer Hauptfeind Roms, dient in den folgenden Jahrzehnten als Lieferant von Baumaterial für muslimische Städte.

Der Fall Kartagos darf nicht unterschätzt werden. Karthago galt als zweitwichtigste Kornkammer des Byzantinschen Reichs. Mit dem Fall Karthagos war auch die muslimische Vorherrschaft in Nordafrika gesichert. In den folgenden Jahren wurden in Nordafrika Christen und Juden vernichtet oder vertrieben. Christliche Kirchen wurden abgerissen um als Baumaterial für Moscheen zu dienen.

Und, ebenfalls nicht zu unterschätzen: der Weg in´s christliche Europa war nun auch frei! Nun lagen die Balearen, Sizilien und Sardinien in greifbarer Nähe für ständige Angriffe auf diese Inseln. Und die Invasion Spaniens konnte in aller Ruhe vorbereitet werden.

In heutiger Zeit wird von muslimischer Seite oft behauptet, die muslimischen Expansion sei ein Akt der muslimischen Selbstverteidigung gewesen. Betrachtet man aber die Leichtigkeit, mit der sich die muslimischen Truppen entlang der Nordküste Afrikas bewegten und wie schnell Byzanz schlussendlich vernichtet wurde, stellt sich die Frage: gegen wen mussten sich die muslimischen Araber eigentlich verteidigen? Byzanz war offensichtlich viel zu schwach um sich selbst zu behaupten, geschweige denn eine Gefahr für die Muslime darzustellen.
Vielmehr muss man zum Schluss kommen, dass die Kriegszüge reine Eroberungs- und Vernichtungsfeldzüge darstellten. Die arabischen Angreifer waren scheinbar selbst überrascht über die Leichtigkeit ihrer Angriffe. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Infrastruktur in den vorhandenen Städte nicht genutzt sondern zerstört wurde. Man könnte meinen, dass die Muslime rechneten gar nicht damit, die Städte später halten zu können. Statt dessen stürmten die Invasoren auf der Jagd nach Beute (Güter und Sklaven) schnell voran und hinterliessen eine breite Blutspur in Afrika und Ägypten.

admin 2. Juni 2009 Allgemein Keine Kommentare Trackback URI Kommentare RSS

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein, um kommentieren zu können.