In der Schlacht von Zumail wurde eine Armee von rund 5.000 christlichen Arabern durch rund 15.000 muslimische Araber des Heerführers Khalid ibn al-Walid angegriffen. Der Überraschungsangriff erfolgte nachts aus drei Richtungen gleichzeitig, ein gewagtes Unterfangen. Die Truppen von Khalid ibn al-Walid machten keine Gefangenen und die eingekesselte Armee wurde bis auf wenige Überlebende massakriert.
Mohammed nannte Khalid ibn al-Walid „Saifu-llah“ (Schwert Allahs).
Kalif Abu Bakr, der Nachfolger Mohammeds, sagte über Khalid ibn al-Walid: „Khalid ist das Schwert Allahs. Dieses Schwert hat Ungläubige wie ein Blitz getroffen.“
Auf dem Sterbebett sagte Khalid ibn al-Walid: „Ich habe an mehr als 100 Schlachten teilgenommen; und da sterbe ich auf meinem Bett, wie wenn ein Kamel stirbt.“
Der Angriff auf die Festung der Banū Quraiẓa (einer der drei wichtigsten jüdischen Stämme in Medina) war militärisch nicht besonders bemerkenswert, ist aber gut dokumentiert und damit interessant für die damalige Vorgehensweise Mohammeds und seiner Truppen.
Nach dem Beginn der Belagerung der Festung der Banū Quraiẓa durch die Truppen Mohammeds unterbreiteten die Banū Quraiẓa zwei Angebote zur gewaltfreien Übergabe der Festung: zunächst boten sie an, die Festung mit all ihrem Hab und Gut zu verlassen. Als dieses Angebot abgelehnt wurde, boten sie an ohne ihr Hab und Gut abzuziehen. Auch dieses Angebot wurde abgelehnt. Statt dessen forderten die Belagerer eine bedingungslose Kapitulation der Festung.
Die Banū Quraiẓa beschlossen daraufhin, in Erwartung einer milden Behandlung, die Festung aufzugeben und zu kapitulieren.
Ibn Ishaq beschreibt das Ende der Banū Quraiẓa folgendermaßen:
“Schließlich mußten sich die Quraiza ergeben, und der Prophet ließ sie im Gehöft der Bint Harith, einer Frau vom Stamme Nadjjar, einsperren. Sodann begab er sich zum Markt von Medina, dort, wo heute noch der Markt ist, und befahl, einige Gräben auszuheben. Als dies geschehen war, wurden die [männlichen] Quraiza geholt und Gruppe um Gruppe in den Gräben enthauptet.”
Bei diesem Ereignis wurden etwa 400 bis 900 Stammesangehörige der Banū Quraiẓa getötet. Die weiblichen Angehörigen des Stammes und die Kinder wurden versklavt.
Der Historiker Michael Lecker vertritt die Ansicht, dass die Vernichtung der Banū Quraiẓa ein Novum auf der Arabischen Halbinsel war: Vor der Entstehung des Islam sei unter den Arabern die Vernichtung des Feindes nie ein Kriegsziel gewesen.
Michael Lecker: On Arabs of the Banu Kilab executed together with the Jewish Banu Qurayẓa. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam 19 (1995). S. 66