Am 18. Oktober 1009 ließ Kalif al-Hakim die Grabeskirche, eines der wichtigsten christlichen Heiligtümer überhaupt, zerstören. Diese ungeheuerliche Provokation sollte später einer der Auslöser für die Kreuzzüge werden.
Kalif al-Hakim (* 985 n.Chr., † 1021 n.Chr) war seit 996 n.Chr. Herrscher über Jerusalem. Er schränkte die relativ weitreichenden Freiheiten der jüdischen und christlichen Bevölkerung in Jerusalem deutlich ein. Juden und Christen mussten selbst im Badehaus Glöckchen tragen, sichtbare Kreuze wurden ebenso verboten wie Glockenläuten oder Prozessionen. Jüdische und christliche Feiertage durften nicht mehr öffentlich gefeiert werden. Aber auch die Rechte der Frauen (gleich welcher Religion) wurden erheblich eingeschränkt: sie mussten Schleier tragen, erhielten ein nächtliches Ausgangsverbot, durften an Begräbnissfeierlichkeiten nicht mehr teilnehmen. Ab 1015 n.Chr. dürfen Frauen ohne männliche Begleitung das Haus nicht mehr verlassen.
Die Verwaltung in seinem Reich, die bislang von gebildeten Nicht-Muslimen dominiert wurde, schaltete er gleich, in dem er die Nicht-Muslime zum Islam zwang oder alternativ aus den Ämtern entfernte.
Ab 1008 n.Chr. wurden unter seiner Herrschaft christliche Kirchen geplündert um die Finanzprobleme seines Reiches zu beheben. Diese Kirchenzerstörungen dauern bis 1018 n.Chr. an.
Nach 1033 n.Chr. wurden unter seinem Nachfolger, dem Kalifen al-Zahir, erneut Kirchen zerstört um eine Ringmauer um Jerusalem zu bauen.
Ab 1038 n.Chr. wird die Grabeskirche von byzantinisch-griechischen Architekten wieder aufgebaut bevor sie unter dem Kalifen al-Mustansir 1055 n.Chr. erneut geplündert wird.
Konstantinopel (heute: Istanbul) wurde von Griechen um 660 v. Chr. als Byzantion gegründet und 326 n. Chr. in Konstantinopel umbenannt. In der Spätantike und im Mittelalter war Konstantinopel die Hauptstadt des Oströmischen Reichs. Militärisch galt Konstantinopel lange Zeit als uneinnehmbar und wurde als die stärkste Festung der Welt betrachtet.
Die Araber belagerten Konstantinopel insgesamt drei Mal: von 668 n.Chr. bis 669 n.Chr., von 674 n.Chr. bis 678 n.Chr. und schließlich von 717 n.Chr. bis 718 n.Chr. Alle drei Belagerungen scheiterten. Vorallem die letzte Belagerung war für die muslimischen Angreifer verheerend, da die arabische Flotte, fast 1.800 Schiffe, nahezu vollständig zerstört wurde. Die Seeherrschaft im Mittelmeer war damit beendet. Historiker gehen davon aus, dass 130.000 bis 170.000 Araber bei der Belagerung ihr Leben verloren. Von diesem Rückschlag konnten sich die Araber jahrzehntelang nicht erholen.
Die islamische Expansion in Richtung Europa wurde durch die erfolgreiche Verteidigung Konstantinopels aufgehalten und war daher von ausserordentlich wichtiger geschichtlicher Bedeutung. Es wird vermutet, dass im Falle des Sieges der arabischen Angreifer der Weg des Islam in´s Herz des christlichen Europas frei gewesen wäre.
Als Dhimmi werden im Islam Angehörige des Juden- oder Christentums bezeichnet, die von Muslimen geduldet werden. Oftmals wird behauptet, dass die Angehörigen dieser Religionen unter besonderem Schutz der Muslime stehen. Die Wahrheit sieht jedoch (teilweise bis in die heutige Zeit hinein) anders aus.
Dhimmi zahlten eine spezielle Kopf- bzw. Schutzsteuer (Djiza) und durften als so genannte Dhimmi in gewissen Grenzen ihre Religion ausüben. Es ist Juden und Christen jedoch nicht erlaubt, neue Kirchen, Klöster und Synagagen zu bauen. Glockenläuten, öffentliche Begräbnisse und Feiern wurden verboten.
Dhimmi können nicht in öffentliche Ämter aufsteigen, dazu kommt eine massive Ungleichheit vor dem Gesetz, also eine dauerhafte Diskriminierung.
Dhimmi mussten in besonderen Vierteln wohnen (vgl. jüdische Ghettos) und besondere Kleidung tragen, um als Dhimmi kenntlich zu sein. Aus dieser muslimischen Diskriminierung durch spezielle Kleidung entwickelte sich später übrigens der Judenstern, dies am Rande erwähnt.
Dhimmi durften keine Waffen führen (was sie defacto wehrlos machte) und nur auf Eseln reiten. Islamische Rechtsgutachten schreiben vor, dass Dhimmi mit gesenktem Blick zur Linken der Muslime (die unreine Seite) vorbeizugehen. Dhimmi mussten sich von Muslimen schlagen lassen, durfen sich hierbei nicht wehren. Schlug ein Dhimmi zurück, wurde er entweder hingerichtet oder man schlug ihm die Hand ab.
Vor diesem Hintergrund muss man sich übrigens auch nicht wundern, wenn viele gläubige Muslime sich bis in die heutige Zeit, mit Berufung auf den Islam, als Herrenmenschen betrachten und Nichtmuslime entsprechend behandeln.
In der Schlacht von Zumail wurde eine Armee von rund 5.000 christlichen Arabern durch rund 15.000 muslimische Araber des Heerführers Khalid ibn al-Walid angegriffen. Der Überraschungsangriff erfolgte nachts aus drei Richtungen gleichzeitig, ein gewagtes Unterfangen. Die Truppen von Khalid ibn al-Walid machten keine Gefangenen und die eingekesselte Armee wurde bis auf wenige Überlebende massakriert.
Mohammed nannte Khalid ibn al-Walid „Saifu-llah“ (Schwert Allahs).
Kalif Abu Bakr, der Nachfolger Mohammeds, sagte über Khalid ibn al-Walid: „Khalid ist das Schwert Allahs. Dieses Schwert hat Ungläubige wie ein Blitz getroffen.“
Auf dem Sterbebett sagte Khalid ibn al-Walid: „Ich habe an mehr als 100 Schlachten teilgenommen; und da sterbe ich auf meinem Bett, wie wenn ein Kamel stirbt.“
Ein muslimisches Heer belagerte 637 n.Chr. das bis dahin zum christlichen byzantinischen Reich gehörende Jerusalem. Als der Patriarch Sophronius die Hoffnung aufgeben musste, die Stadt noch halten zu können, kapitulierten Jerusalem unter der Bedingung, dass die Christen die Stadt unbehelligt verlassen durften.
Zwischen 622 n.Chr. und 632 n.Chr. führte der Prophet der “Religion des Friedens” persönlich 27 Kriegszüge an. Weitere 47 Kriegszüge führten Heerführer Mohammeds durch. Mohammed starb 632 n.Chr. und sein Reich umfasste zu diesem Zeitpunk die arabische Halbinsel bis etwa zum 30. Breitengrad.
Die Schlacht von Uhud war die Reaktion der Mekkaner auf die Schlacht von Badr. Die Streitmacht Mohammeds war deutlich unterlegen, unter anderem da eigene Truppenteile (1/3 der Streitmacht) dessertierten um der Vernichtung zu entgehen. Nach anfänglichem Kriegsglück wendete sich das Schicksal gegen die Anhänger Mohammeds und die Schlacht ging verloren.
Mohammed wurde in der Schlacht verwundet und musste von seinen Anhängern in Sicherheit gebracht werden.
Warum die Mekkaner die Gunst der Stunde nicht nutzten und Medina angriffen, ist nicht überliefert.
Die islamische Landnahme bis ca. 750 n.Chr.

Wie man an der Übersichtskarte erkennen kann, breitete sich der Islam bis zum Jahr 750 durch gewaltsame Landnahmen kontinuierlich aus und bewegte sich von drei Seiten auf das Zentrum des christlichen Europas zu. Zwischen 750 n.Chr. und dem ersten Kreuzzug kam der Vormarsch des Islam aber nahezu zum Stillstand.