Monatsarchiv für Mai 2009

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Eroberungen 639 – 641 n.Chr.

Im Jahr 639 n.Chr. fallen mindestens sieben wichtige Städte unter arabische Kontrolle. Pelusium, Bilbais, Oxyrhynchus (al-Bahnsa), Heliopolis, Faiyum, Abwait und Nikiu werden erobert oder kapitulieren.

Pelusium war durch persische Soldaten gut gesichert worden. Nach zweimonatiger Belagerung wurde die Stadt erobert. Sämtliche Kirchen wurden zerstört, alle Schiffe im Hafen versenkt.

Oxyrhynchus (al-Bahnsa) war eine der wichtigsten Städte der Christenheit und ein Chronist schreibt es würden 10.000 Mönche und 20.000 Nonnen dort leben (was natürlich stark übertrieben sein dürfte). Auffallend muss jedenfalls die große Zahl der Kirchen gewesen sein. Durch Ausgrabungen wissen die Wissenschaftler sehr viel über das Leben in Oxyrhynchus bis 639 n.Chr. Die gefundenen Gegenstände datieren jedoch nahezu vollständig vor der Eroberung im Jahr 639 n.Chr. Das ausbleiben von Funden nach 639 n.Chr. bestätigt die Aussage von Chronisten, die davon berichten, dass die gesamte Bevölkerung in Oxyrhynchus durch die muslimischen Angreifer abgeschlachtet wurde.

Faiyum folgt dem Schicksal Oxyrhynchus. Die Hauptstadt des sehr fruchtbaren Fayyum-Beckens in Ägypten wurde von den arabischen Armeen eingenommen und versank in kürzester Zeit in der Bedeutungslosigkeit. Auch hier sieht es (gestützt durch die Fundlage der Archäologen) als wäre die Bevölkerung plötzlich vollständig verschwunden.

641 n.Chr. wird Nikiu von Muslimen angegriffen. Die Stadt, die zu diesem Zeitpunkt viele Flüchtlinge der zuvor eroberten anderen Städte beherbergt, ergibt sich kampflos, da sie keine Hoffnung in einer Verteidigung sieht. Trotzdem wird die gesamte Bevölkerung, Soldaten, Männer, Frauen und Kinder ermordet.

Zusammenfassend lässt vermuten, dass es während des Feldzuges der arabischen Invasionstruppen in Ägypten unvorstellbare Massaker an der Bevölkerung gegeben haben muss. Die “ungläubigen” Einwohner der Städte Pelusium, Bilbais, Oxyrhynchus, Heliopolis, Faiyum, Abwait und Nikiu, die bis 639 n.Chr. grosszügig Spuren z.B. in Form von Papyrus-Dokumenten hinterlassen haben, verschwinden jedenfalls urplötzlich spurlos aus der Geschichte. Zumindest bei Oxyrhynchus und Nikiu wurde das Massaker auch dokumentiert.

Geschrieben von Claus am 31. Mai 2009 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Schlacht um Ktesiphon (637 n. Chr.)

Ktesiphon war Hauptresidenz der Könige der Parther und der Sassaniden. Ktesiphon war ebenfalls das geistliche Zentrum der christlichen Kirche Persiens, der Assyrische Kirche des Ostens. Entsprechend beeindruckend muss die Stadt mit ihren bis zu 500.000 Einwohnern wohl auch gewesen sein. Der Palast selbst war so überwältigend, dass muslimische Chronisten davon ausgingen, dass nicht Menschen sondern Geister dieses Bauwerk errichteten.

637 n. Chr. konnte die Stadt durch eine muslimische Armee unter Kalif Omar erobert. Das persische Reich war durch die ständigen Angriff der muslimischen Armeen so geschwächt worden, dass keine Gegenwehr mehr geleistet werden konnte. Die Stadt wurde geplündert und größtenteils zerstört. Was mit den Einwohnern passierte kann man nur mutmassen. Ein weiteres kulturelles Zentrum des Altertums verschwand in der Bedeutungslosigkeit.

Geschrieben von Claus am 31. Mai 2009 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare